NEUES BAUWERK DIGITAL GEBORGEN: Der Anhalter Bahnhof ist online seit dem 31. Mai. Viel Spaß beim Entdecken!

Der

Anhalter 
Bahnhof

Die parabelförmigen Fachwerkbögen ermöglichten eine elegante Überspannung von 62,5 m bei zugleich optimaler Lastabtragung. Ihre Montage durch ein eigens entwickeltes Verschubverfahren gilt bis heute als eine ingenieurtechnische Meisterleistung des 19. Jahrhunderts.

1875-1880

Nur fünf Jahre Bauzeit für die größte Bahnhofshalle Europas. Das Baumaterial kam direkt per Zug an und musste auf der Baustelle nur noch wenige Meter transportiert werden. Heute reichen fünf Jahre oft kaum für die Bauvorbereitungen

3000

Aus mindestens 3000 Stahleinzelteilen besteht einer der Fachwerkbogenbinder, der die damals sagenhaften 62.5 m überspannt. Die Binder wurden weitgehend vorgefertigt, in wenigen Einzelteilen zur Baustelle geliefert, vor Ort zusammengesetzt und anschließend über ein Schienensystem an seinen endgültigen Platz verschoben.

70 mm

Die Eisenfachwerkbögen erzeugen einen erheblichen Seitenschub, den die Hallenwände nicht aufnehmen können – sie würden schlichtweg umkippen. Deshalb wurden Zugbänder mit einem Durchmesser von 70 mm eingesetzt, die die beiden Auflager der Bögen verbinden und den Seitenschub aufnehmen.

Februar 1945

Im Februar 1945 wurde die beeindruckende Dachkonstruktion der Bahnhofshalle durch alliierte Luftangriffe im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt und wird Ende der 1950er und Anfang der 1960 Jahre abgerissen.

Die parabelförmigen Fachwerkbögen ermöglichten eine elegante Überspannung von 62,5 m bei zugleich optimaler Lastabtragung. Ihre Montage durch ein eigens entwickeltes Verschubverfahren gilt bis heute als eine ingenieurtechnische Meisterleistung des 19. Jahrhunderts.

Der Anhalter Bahnhof

yr 1880 – 1960

  • Historischer Hintergrund
  • Nutzungsgeschichte
  • Eigentumsverhältnisse
  • Architektonische Besonderheiten
  • Der Anhalter Bahnhof entsteht während der industriellen Revolution, dem Ausbau des preußischen Eisenbahnnetzes und der politischen Aufwertung Berlins zur Hauptstadt. Er verkörpert technische Modernisierung, wirtschaftliche Dynamik und den Anspruch nationaler Integration.
  • Der Anhalter Bahnhof war von 1880 bis zum Zweiten Weltkrieg einer der bedeutendsten Fernbahnhöfe Berlins, insbesondere für Reisen nach Südeuropa. Während der NS-Zeit wurden vom Anhalter Bahnhof über 9600 Jüdische Gemeindemitglieder in das KZ Theresienstadt deportiert. Nach kriegsbedingter Zerstörung wurde der Bahnhof zunächst noch bis 1952 genutzt, bis er dann Anfang der 1960 Jahre vollständig abgerissen wird. Heute erinnert das erhalten gebliebene Portal an den Bahnhof.
  • Die Eigentumsgeschichte des Anhalter Bahnhofs spiegelt Deutschlands Wandel: Ab 1875 gehört er Preußen, ab 1920 der Deutschen Reichsbahn. Nach 1945 wird er von der DDR-Reichsbahn im sowjetischen Sektor betrieben. Nach Stilllegung 1952 fällt das Gelände an das Land Berlin.
  • Die Fassade des Anhalter Bahnhofs im Stil der Neorenaissance war reich verziert und diente als repräsentatives Symbol für den Fortschritt des Deutschen Kaiserreichs. Besonders eindrucksvoll waren die riesige, freitragende Bahnhofshalle sowie die Figurengruppe über dem Eingangsportal mit dem Sonnengott Helios, die für Licht und Geschwindigkeit stand.
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Tauche ein in das Dachtragwerk des Anhalter Bahnhofs

Klicke auf die Buttons und entdecke Originalzeichnungen, Fotos, Videos und Erklärungen, die dir eine Geschichte über Ingenieurbaukunst erzählen.

Der Drei-Gelenk-Bogen
Das Dachtragwerk
Der genietete Fachwerkträger
Ein Regelknoten im Untergurt
Das Scheitelgelenk
Das Auflager
Die Zugstange
Der Mauerwerksbau
Die Bauausführung des Daches

Der Drei-Gelenk-Bogen

Das Dachtragwerk

Der genietete Fachwerkträger

Ein Regelknoten im Untergurt

Das Scheitelgelenk

Das Auflager

Die Zugstange

Der Mauerwerksbau

Die Bauausführung des Daches

Der Drei-Gelenk-Bogen

Das Dachtragwerk

Der genietete Fachwerkträger

Ein Regelknoten im Untergurt

Das Scheitelgelenk

Das Auflager

Die Zugstange

Der Mauerwerksbau

Die Bauausführung des Daches

Der Drei-Gelenk-Bogen

Der Anhalter Bahnhof in Berlin ist eines der größten Bahnhofsgebäude Europas – mit einem bemerkenswerten Dachtragwerk bestehend aus insgesamt 22 Bogenbindern. Hier im Bild noch nicht zu erkennen, handelt es sich dabei um Drei-Gelenk Bögen.
Um das Tragprinzip zu erläutern, abstrahieren wir den Dachträger als statisches System: ein symmetrischer Drei-Gelenk-Bogen mit zwei Auflagern und einem Scheitelgelenk. Beim Anhalter Bahnhof ist das Gelenk im Scheitel nicht direkt zu erkennen. Dessen konstruktive Ausbildung wird später erläutert.
Ein Drei-Gelenk-Bogen hat – wie der Name sagt – drei Gelenke: Zwei an den Auflagern, auch Kämpfer genannt, und in der Regel eines im Scheitel. Dadurch ist das System statisch bestimmt. Dies bedeutet man kann alle auftretenden Kräfte des Systems mit den Gleichgewichtsbedingungen ermitteln.
Auf den Bogen wirken vertikale Lasten wie z. B. Schnee oder Eigengewicht. Diese beanspruchen den Bogen primär auf Drucknormalkräfte und führen am Auflager zu Reaktionskräften – auch zu horizontalen!
Die Reaktionskräfte müssen sicher am Auflager aufgenommen werden, ohne dass hier Verformungen auftreten. Insbesondere infolge der horizontalen Kräfte darf es sich nicht verschieben, sonst verliert der Bogen seine Wirkung. Die Größe der Horizontalkräfte ist nur von der Höhe des Bogens abhängig. Je flacher der Bogen desto größer die Horizontalkräfte.
Speziell beim Anhalter Bahnhof ist dies eine Herausforderung. Denn hier befinden sich die Auflager eines Bogens auf den über 23 Meter hohen, schmalen Hallenwänden. Die Horizontalkräfte sind so groß, dass Verformungen an den Hallenwänden auftreten könnten. Die Auflager werden nach außen gedrückt, der Bogen verliert seine Form und damit seine Wirkung als reines druckbeanspruchtes Bauteil.
Beim Anhalter Bahnhof wird das Problem daher elegant gelöst: Ein Zugseil verbindet die Kämpfer – dieses nimmt die Horizontalkräfte auf und schließt sie kurz.
Das System ist nun kraftschlüssig in sich geschlossen. Der Bogenschub drückt nach außen, das Zugseil zieht den Bogen zurück. So werden keine Horizontalkräfte aus den Bögen auf die Auflager beziehungsweise die Pfeiler übertragen.
Ein Bogen mit Zugband braucht dann auch nicht mehr zwei feste Lager. So wurde für den Anhalter Bahnhof auf der einen Seite ein verschiebliches Auflager gewählt, welches kleine und ungewollte horizontale Verformungen erlaubt. Am Festlager dagegen können kleine Horizontalkräfte auftreten, wofür die Wand dort 26 cm dicker ausgeführt wurde.
Beim Anhalter Bahnhof ist das Scheitelgelenk nicht direkt erkennbar. Das Gelenk befindet sich im Obergurt. Die beiden Teile des Bogens sind geometrisch so konzipiert, dass sie sich nur im Scheitelgelenk berühren. Der Untergurt ist im Scheitel nicht durchgehend ausgebildet und übernimmt dort keine statische Funktion, er ist lediglich mit einem kleinen Blech zur Befestigung der Aufhängung des Zugbandes verbunden. Der Abstand beträgt nur ca. 10 cm, kaum sichtbar, so entsteht der Eindruck eines durchgehenden Untergurts.
Die hier beschriebene Theorie des Drei-Gelenk-Bogens bezieht sich auf geometrieaffine Lasten und symmetrische Lastfälle. Die Unterlagen beinhalten keine Information, wie bei der Planung des Dachs asymmetrische Lastfälle berücksichtigt wurden. Im Fall von asymmetrischen Lasten treten zusätzlich zu den Drucknormalkräften auch Biegemomente im Bogen auf. Diese können durch die konstruktive Höhe des Fachwerkbogens aufgenommen werden.
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Das Dachtragwerk

Das Dach des Anhalter Bahnhofs besteht aus 22 einzelnen Bogenbindern mit einer beeindruckenden Spannweite von 62,50 Metern. Dabei verlaufen jeweils zwei der Drei-Gelenk-Bogenbinder parallel im Abstand von nur 3,50 m und sind zur räumlichen Aussteifung miteinander verbunden, so dass insgesamt elf Bindersysteme entstehen. Diese Kopplung sorgte für Stabilität während des Verschubs.
Im historischen Plan des Grundriss sind die elf Bogenbindersysteme klar erkennbar. Jedes System bildet eine tragende Querachse der Dachkonstruktion und trägt in Hallenlängsrichtung zur Aussteifung bei. Die Bogenbindersysteme sind gleichmäßig über die Hallenlänge verteilt und haben einen Abstand von 14,0 m.
Zur Veranschaulichung der Konstruktion eines Fachwerkbogens sowie des Bogenbindersystems, betrachten wir den Schnitt A-A quer durch die Halle. Im Folgenden wird anhand dieser und weiterer Schnittzeichnungen das Dachtragwerk detailliert beschrieben.
Der Bogenbinder ist parabelförmig als Drei-Gelenk-Bogenbinder mit Ober- und Untergurt im Abstand von 2,00 m ausgeführt. Ein Fachwerk-Zugband schließt den Bogen im unteren Bereich. Das Ergebnis: Stabilität bei hoher Spannweite, eine elegante Form und der Umstand, dass an das darunterliegende Mauerwerk nur vertikale Lasten abgegeben werden.
Jede Hälfte des Fachwerkbogens besteht aus zehn Feldern:
– 8 Felder mit parallelen Gurtungen
– 1 trapezförmiges Feld
– 1 dreieckiges Endfeld direkt am Auflager.
Diese Feldstruktur definiert den Lastfluss und die statische Logik der Konstruktion.
Ein Bindersystem besteht aus zwei der zuvor gezeigten Fachwerkbögen. Die Fachwerkbögen befinden sich im Abstand von 3,50 m und sind durch waagrechte Winkeleisen und diagonale Flacheisen kastenartig miteinander verbunden, wobei die oberen Verstrebungen beidseitig um 1,75 m verlängert sind. Diese Konsolen verkürzen die freie Spannweite zwischen zweier benachbarter Bindersysteme.
Über dem Scheitelpunkt des Bindersystems befindet sich eine als räumliche Fachwerkkonstruktion ausgebildete Dachlaterne.
Sie trägt zur Aussteifung in Hallenlängsrichtung bei und verbessert die strukturelle Stabilität des Dachtragwerks.
Hinweis: Im 3D Modell findest du weitere Info-Buttons um dir einzelne Details der Bogenfachwerkkonstruktion etwas genauer anzuschauen und dir das Tragprinzip des Drei-Gelenk-Bogens erläutern zu lassen.
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Der genietete Fachwerkträger

Dieser Ausschnitt aus einem Originalplan zeigt ein Feld des Drei-Gelenk Bogenbinders.
Sowohl Ober- als auch Untergurte bestehen jeweils aus 30 cm hohen genieteten kleinen Fachwerkträgern.
Diese kleinen Fachwerkträger setzen sich aus vier Winkeleisen und Diagonalen aus Flachstahl zusammen – eine Konstruktion, die Festigkeit bei schlanker Bauweise gewährleistet.
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Ein Regelknoten im Untergurt

Dieser Ausschnitt aus einem Originalplan zeigt einen typischen Knotenpunkt im Untergurt des Drei-Gelenk-Bogens.
Hier treffen die beiden kleinen Fachwerkträger des Untergurts, eine Diagonale aus Flachstahl, ein Pfeiler aus zwei Winkeleisen und die Aufhängung des horizontalen Zugbandes aufeinander.
Alle Bauteilachsen schneiden sich in einem Punkt – das vermeidet exzentrische Momente und sorgt für eine saubere Kraftführung.
Die Verbindung erfolgt mit Nieten.
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Das Scheitelgelenk

Dieser Ausschnitt aus einem Originalplan zeigt das Scheitelgelenk im Obergurt des Drei-Gelenk Bogens.
Das Scheitelgelenk ist ein zentrales Element des Drei-Gelenk-Bogens. Es besteht aus einem gegossenen Stahlbauteil und ist durch Schrauben mit dem rechten und linken Teil des Bogens verbunden.
Die beiden Untergurte verlaufen bis in die Achse dieses Gelenks parallel zum Obergurt, berühren sich aber gemäß dem Prinzip des Drei-Gelenk-Bogens nicht. Sie folgen allein der formalen Logik des Bogens – ohne sich in der Mitte zu berühren.
Die Untergurte wurden hier vermutlich verlängert, um eine gewünschte Bogenform zu erzielen. Es liegen jedoch zu wenige Unterlagen vor, um die genauen Hintergründe nachvollziehen zu können. Aus statischer Sicht ist dies für einen Drei-Gelenk-Bogen nicht erforderlich.
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Das Auflager

Dieser Ausschnitt aus einem Originalplan zeigt das Rollenauflager des Drei-Gelenk-Bogens auf den Wandpfeiler.
Am Auflager treffen Ober- und Untergurt aufeinander. Die hier auftretenden Kräfte werden über ein 40 mm starkes Knotenblech sicher in das Auflager eingeleitet.
Zahlreiche Nieten und Schrauben gewährleisten die Kraftübertragung. Das verwendete Rollenlager am westlichen Auflager erlaubt horizontale Verschiebungen – und verhindert so, dass horizontale Kräfte in das Mauerwerk eingeleitet werden.
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Die Zugstange

Dieser Ausschnitt aus einem Originalplan zeigt die Zugstange eines Drei-Gelenk-Bogens.
Da die Hallenwände keine Schubkräfte aus dem Bogen aufnehmen können, wird der horizontale Schub durch Eisen-Zugstangen abgefangen.
Diese Zugstangen sind in die gusseisernen Auflager eingeführt, mit Spanngewinden versehen und zur Durchbiegungsbegrenzung an den Knotenpunkten des Untergurts mit senkrechten Zugstäben aufgehängt.
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Der Mauerwerksbau

Das Dach der Halle des Anhalter Bahnhofs beeindruckte durch ihre Spannweite. Doch auch der Mauerwerksbau stellt ein imposantes Tragwerk dar und soll hier näher betrachtet werden
Die nördliche Hauptfassade mit der Eingangshalle besteht aus mehreren Ebenen und einer fast 40 Meter hohen Giebelwand – einem filigranen System aus gemauerten Rundbögen.
Massive Pfeiler mit einer Dicke von mindestens 2,35 Metern leiten die hohen Lasten des Dachtragwerks sicher in den Baugrund ab.
Die Fassade sollte sich von typischen Berliner Ziegelbauten abheben. Daher wurden Verblendung und Hintermauerung gleichzeitig ausgeführt – technisch und gestalterisch ein besonderer Anspruch.
Diese Methode brachte technische und ästhetische Vorteile: präzisere Maßhaltigkeit, stabilere Verbindung und geringere Wandstärke. Voraussetzung war eine gut abgestimmte Planung und Logistik.
Das nahezu intakte Mauerwerkstragwerk wurde Ende der 1950er- und Anfang der 1960er-Jahre vollständig gesprengt. Heute zeugen nur Fotos und Pläne von seiner Qualität.
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Die Bauausführung des Daches

Das Bauverfahren des Dachs ist ebenso faszinierend wie die Konstruktion selbst. Die Errichtung des größten Daches Europas erfordert kreative Ideen, um die 62.5 m Breite Dachöffnung schließen zu können. Im Folgenden wird die Montage des Dachs beschrieben.
Bei früheren Bahnhöfen wurden fahrbare Gerüste eingesetzt – mit dem Nachteil, dass andere Bauarbeiten in der Halle stark eingeschränkt waren. Beim Anhalter Bahnhof entscheidet man sich für eine alternative Methode: Binder-Verschub statt Gerüstverschub. Die massive Mauerkrone der Längswände (ca. 1,50 m breit) bietet ideale Bedingungen für eine stabile Verschiebebahn.
Man geht davon aus, dass an der südlichen Stirnseite der Halle zwei feste Gerüste errichtet worden sind. Eins vor und eins hinter der noch nicht vollständig gemauerten Giebelwand. Auf jedem Gerüst wurde ein Bindersystem, bestehend aus je zwei Fachwerkbögen zusammengebaut – beide Systeme wurden dann über die Dachlaterne verbunden. Diese Kopplung führte zu einem Doppel-Bindersystem, sorgte für Stabilität während des Verschubs und verhinderte ein Kippen der Konstruktion.
Die fertig montierten Doppel-Bindersysteme wurden Schritt für Schritt nach Norden verschoben und in den jeweiligen Pfeilerachsen positioniert. So entstand nach und nach das vollständige Tragwerk der Hallenüberdachung – in fünf Verschubvorgängen, jeweils mit zwei Systemen gleichzeitig.
Das elfte und letzte Bindersystem wurde einzeln montiert und verschoben – die genauen Umstände bleiben historisch nicht ganz geklärt. Mit seiner Platzierung war das vollständige Tragsystem der Halle abgeschlossen und bereit für die weitere Montage der Dachdeckung.
Die genaue Lage der Gerüste ist historisch nicht zweifelsfrei belegt:
– Standen sie innen, außen oder beidseitig der Südfassade?
– Wie wurde der Kranbetrieb organisiert – insbesondere im Bereich der Gerüste an der südlichen Giebelwand?
Solche offenen Fragen markieren die Grenzen heutiger Rekonstruktion – bieten aber wertvolle Anknüpfungspunkte für weitere Forschung.
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Entdecke das Tragwerk der Anhalter Bahnhof gemütlich von zu Hause aus.

Hier kannst du dir die vollständige VR-Ausstellung der Anhalter Bahnhof kostenlos herunterladen.

Pause

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Awareness information

Anhalter Bahnhof:

Großbauten wie der Anhalter Bahnhof erzählen nicht nur von technischer Innovation und städtebaulicher Bedeutung – sie sind auch Zeugnisse der oft übersehenen Arbeit jener, die sie errichteten.

Trotz des Einsatzes moderner Hebetechnik beim Bau des Anhalter Bahnhofs mussten viele Materialien wie Ziegel und Mörtel weiterhin von Hand transportiert werden. Auch das „Löschen“ des Kalks – eine körperlich belastende und gesundheitlich riskante Arbeit – wurde meist jenen überlassen, die sich unter prekären Bedingungen ihren Lohn durch Nachtarbeit ein wenig aufbessern mussten. Diese und andere Tätigkeiten auf Baustellen waren oft unsichtbar, obwohl sie das Fundament für imposante Bauwerke wie den Anhalter Bahnhof bildeten.  Am Beispiel des Anhalter Bahnhofs wird deutlich, was für viele Bauwerke weltweit gilt: Die Geschichte des Bauens ist auch eine Geschichte körperlicher Belastung, sozialer Ungleichheit und geringer Anerkennung für die vielen, die an solchen Großprojekten mitwirkten. Während sich Arbeitsbedingungen, Arbeitsschutz und soziale Absicherung für die inländischen Arbeiter:innen verbessert haben, sind die Arbeitsbedingungen für Leiharbeiter:innen weltweit bis heute häufig von Ausbeutung, mangelnder Sicherheit und niedrigen Löhnen geprägt. (siehe Bericht der UN zu Moderne Sklaverei und Arbeitsausbeutung)

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