The Ahornblatt restaurant:
Der Abriss der Großgaststätte Ahornblatt in Berlin nach der Wiedervereinigung entfachte eine kontroverse Debatte um den Umgang mit dem Erbe der DDR-Architektur. Auch viele bekannte Bauingenieure plädierten vor dem Abriss für den Erhalt, unter anderem Jörg Schlaich:
(aus „Kühne Solitäre“ von Wilfried Dechau).
Die Diskussion wurde zu einer Identitätsfrage für die Stadt: Soll die Geschichte der DDR und ihre baulichen Zeugnisse Teil der gesamtstädtischen Identität bleiben oder nicht? Unter dem damaligen Senatsbaudirektor Hans Stimmann folgte Berlin der Idee einer „kritischen Rekonstruktion“ – einem Städtebau, der sich an historischen Grundrissen und traditionellen Gebäudetypen orientierte. Diese Rückbesinnung führte zu einer Abwertung der DDR-Architektur und damit auch der Lebensrealität vieler ostdeutscher Bürger:innen. In diesem Kontext wurde das Ahornblatt schließlich abgerissen und durch eine Blockrandbebauung ersetzt.
Heute entfacht die Diskussion zum Umgang mit der DDR-Architektur erneut – schon lange nicht mehr gilt sie als museales Relikt.