NEUES BAUWERK DIGITAL GEBORGEN: Die Berliner Bauakademie ist online seit dem 20. April. Viel Spaß beim Entdecken!

Die

Berliner 
Bauakademie

Die Berliner Bauakademie war ein statisch gewagter, wirtschaftlich innovativer Bau auf setzungsempfindlichen Boden – ohne vom heutigen Nachhaltigkeitsbegriff zu sprechen, wurde hier ein dauerhaftes, unterhaltsarmes Vorbild für künftige Verwaltungsbauten geschaffen.

1832 - 1836

Die Berliner Bauakademie entsteht in nur vier Jahren Bauzeit und zählt zu den bedeutendsten Beispielen früher Industriearchitektur in Deutschland. Sie wurde unter der Leitung von Karl Friedrich Schinkel entworfen.

5,53 m

Die Konstruktion gliedert sich in ein quadratisches Stützenraster von 5,53 Metern. Diese Struktur ermöglicht eine flexible Nutzung und klare räumliche Ordnung. Und führt zu einem Prototyp für einen Skelettbau im Sinne der Moderne.

Mauerwerksskelett

Das tragende Skelett aus gemauerten Stützen wird bereits vor dem eigentlichen Bau der Etagen bis ins letzte Stockwerk aufgestellt. Ziel war es, Setzungen durch das Eigengewicht frühzeitig herbeizuführen und spätere Schäden zu vermeiden.

1945 & 1962

Im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt, wird das Bauwerk in der DDR 1962 vollständig abgerissen. Damit ging ein bedeutendes Stück preußischer Architekturgeschichte verloren.

Die Berliner Bauakademie war ein statisch gewagter, wirtschaftlich innovativer Bau auf setzungsempfindlichen Boden – ohne vom heutigen Nachhaltigkeitsbegriff zu sprechen, wurde hier ein dauerhaftes, unterhaltsarmes Vorbild für künftige Verwaltungsbauten geschaffen.

Die Berliner Bauakademie

yr 1836-1962

  • Historischer Hintergrund
  • Nutzungsgeschichte
  • Eigentumsverhältnisse
  • Architektonische Besonderheiten
  • Die Berliner Bauakademie wird 1836 nach den Plänen von Karl Friedrich Schinkel fertiggestellt und zählt zu den bedeutendsten Bauwerken des Preußens Ihre Entstehung fällt in eine Phase grundlegender gesellschaftlicher und technischer Umbrüche, in der das Bauwesen zunehmend professionalisiert wurde. Ziel war es, durch systematische Ausbildung die Qualität und Effizienz staatlicher Bauprojekte zu steigern.
  • Die Bauakademie diente zunächst der Ausbildung von Architekten und Ingenieuren und hatte große Bedeutung für das Bauwesen in Deutschland. Ab 1879 wurde der Lehrbetrieb in die Technische Hochschule in Charlottenburg überführt. Anschließend war das Gebäude bis 1933 Sitz des Preußischen Ministeriums für öffentliche Arbeiten, unter anderem mit der Königlich Preußischen Messbild-Anstalt. Während der NS-Zeit blieb es staatlich genutzt. Nach schweren Kriegsschäden wurde das ausgebrannte Gebäude 1962 in der DDR auf politischen Befehl für den Neubau des Außenministeriums abgerissen.
  • Von 1836 bis 1945 befindet sich die Bauakademie in Besitz des Königreichs / Staates Preußen. Nach dem Zweiten Weltkrieg gehört das Gebäude dem Deutschen Staat bis es 1951 mit der Gründung der Deutschen Bauakademie der DDR in den Besitz der DDR übergeht.
  • Die Bauakademie beeindruckt durch eine für ihre Zeit revolutionäre Backsteinfassade – eine der ersten in Berlin, die vollständig aus Sichtziegeln besteht. Der modulare Aufbau folgt einem strengen, rationalen Raster, das die spätere Industriearchitektur bereits vorwegnimmt. Schinkels Entwurf setzte auf klare Linien und funktionale Eleganz – ein frühes Beispiel moderner Architektur.

    Der viergeschossige Baukörper mit zentralem Innenhof unterstreicht die klare Struktur und Rationalität des Gebäudes. Besonders innovativ ist auch der Einsatz von Eisen in der Konstruktion, was zur damaligen Zeit als fortschrittlich und zukunftsweisend gilt.
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Tauche ein in das Tragwerk der Berliner Bauakademie

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Die Skelettbauweise
Das Deckengewölbe
Das Ankersystem
Der besondere Bauzustand
Der besondere Holzverbundträger

Die Skelettbauweise

Das Deckengewölbe

Das Ankersystem

Der besondere Bauzustand

Der besondere Holzverbundträger

Die Skelettbauweise

Das Deckengewölbe

Das Ankersystem

Der besondere Bauzustand

Der besondere Holzverbundträger

Die Skelettbauweise

Die Skelettbauweise ist ein Konstruktionsprinzip der Moderne: Ein inneres Gerüst aus Stützen und Trägern trägt das Gebäude – Wände und Fassade sind frei gestaltbar.
Das Tragwerk besteht aus wenigen, klar strukturierten Elementen. Diese einfache Grundidee verändert bis heute, wie wir bauen.
Die Deckenplatte überträgt die Lasten aus dem Raum – Menschen, Einrichtungen usw.–und leitet sie an die Träger weiter. Sie ist kein Teil des tragenden Skeletts – aber entscheidend für die Nutzung des Raumes.
Die Träger leiten die Lasten der Decke zu den Stützen. Sie schaffen die Grundlage für offene Räume ohne tragende Wände. Bilden gleichzeitig eine horizontale Halterung der Stützen
Die Stützen übernehmen die Hauptlasten des Gebäudes. Sie tragen die Konstruktion – und ermöglichen Offenheit in der Gestaltung.
Die Fundamente leiten die Kräfte in den Boden. Die Fassade hingegen ist leicht, flexibel – wie ein Vorhang, der das Gebäude umhüllt.
Stützen und Träger allein geben dem Gebäude keine seitliche Stabilität. Aussteifende Elemente – wie Treppenhauskerne, Wandscheiben oder Windverbände – sorgen dafür, dass das Skelett nicht kippt oder sich verdreht.
Die Skelettbauweise prägt bis heute die Architektur: Ob Museum, Büro oder Schule – sie ermöglicht transparente, wandelbare Räume.
Stahl, Stahlbeton und zunehmend Holz bilden dabei die tragende Struktur moderner Gebäude.
Die Berliner Bauakademie ist ein früher Meilenstein der Skelettbauweise in Deutschland: mit klar gegliedertem Raster, vorgefertigten Elementen und einem strukturellen Denken,
das seiner Zeit weit voraus war und Maßstäbe in Preußen setzte.
Das Skelett der Berliner Bauakademie besteht aus gemauerten Kappendecken, Bögen und Stützen. Die Aussteifung erfolgt über im Mauerwerk verankerte Zugbänder aus Eisen. Die Ziegelfassade ist vorgestellt und am Mauerwerksskelett befestigt.
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Das Deckengewölbe

„Die Decken sämtlicher Etagen werden, mit Ausschluss eines Theils des dritten und des ganzen Dachgeschosses, durch flache Gewölbe gebildet, um die werthvollen Sammlungen und die Kaufläden gegen Feuersgefahr zu schützen. Alle diese Wölbungen (…) wurden von Backstein ausgeführt, der seine natürliche rote Farbe ohne Tünche oder Abputz behalten hat.“

*Auszug aus der Allgemeinen Bauzeitung von 1836 geschrieben von Emil Flaminius
Diese Deckenkonstruktion der Berliner Bauakademie gilt als besonders kühn, da die Spannweite bei dem gewählten Stützenraster 5,53 m beträgt — eine statisch höchst anspruchsvolle Aufgabe.
Trotz der großen Spannweite und des hohen Eigengewichts der Steindecken war eine Ausführung nur mit einer einzigen Steinschicht möglich. Bei dieser Spannweite musste die Konstruktion jedoch zusätzlich verstärkt werden. Dies wurde durch eine obenliegende Rippe erreicht, die alle 75 cm angeordnet ist.
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Das Ankersystem

Die schweren Gewölbe der Bauakademie üben einen seitlichen Schub aus, den die Stützen und Wände allein nicht sicher aufnehmen können. Aus diesem Grund wird in der Bauakademie ein System aus Zugankern installiert, das die Stützen untereinander verbindet, um ein Auseinanderdrücken zu verhindern.
Über den Säulen der Hauptetagen wird ein System von Eisenankern eingebaut. In originalen Bauplänen wird diese Konstruktion sichtbar.
Die Anker liegen auf großen Sandsteinen, die auf den Mauern ruhen. Darüber werden Holzbalken gelegt, die genau in die Ecken der Gewölbe passen.
Die Holzbalken werden mit Querstücken fest verbunden. Diese Querstücke werden mit Zapfen und Bolzen gesichert, sodass alles zu einem stabilen Rahmen wurde.
An jedem Querstück sitzt eine Eisenstange — die Ankerschiene —, die tief in die Außen- oder Innenwände greift. Mit Schrauben und Keilen wird das System fest verspannt, sodass die Anker die Gewölbe sicher zusammenhalten.
Zusätzlich gibt es ein zweites System von Ankern. Diese verlaufen quer zum ersten System. So entsteht ein flächiges Ankersystem, welches das Gebäude in den Deckenebenen aussteift
An den Ecken der Frontwände treffen 2 Kraftrichtungen zusammen. Der seitliche Druck kann hier nicht einfach durch Gegenmauern aufgefangen werden. Deshalb müssen die Ecken mit starken Eisenankern gesichert werden, um ein Auseinanderdrücken zu verhindern.
Über den Bögen der Eckfenster wird eine spezielle Ankerkonstruktion eingebaut. Diese besteht aus zwei Eisenstangen (Zugschienen), die tief im Mauerwerk verankert sind und in der Mitte durch Platten und Bolzen verbunden werden
Mit Schrauben konnte das ganze System beim Bau fest angezogen werden. So wird die Ecke stabilisiert, noch bevor die Bögen gemauert wurden. Und selbst später könnte man die Anker nachspannen, falls sich etwas setzen sollte.
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Der besondere Bauzustand

Der Bau der Berliner Bauakademie begann 1832 unter Leitung von Karl Friedrich Schinkel und Emil Flaminius. Die Baustelle lag am Kupfergraben, einem Seitenarm der Spree. Von Anfang an war der Bau ein ingenieurtechnisches Pionierprojekt.
Der Baugrund war zwar tragfähig, doch die Gründung stellte große Herausforderungen: Alte Pfahlreste, Quellen und ungleich tief liegender fester Sand machten die Arbeiten aufwendig. Im ersten Jahr wurden die Fundamentpfeiler bis zur Höhe des Erdgeschosses vollendet — die Basis für das spätere Tragsystem.
Bereits im zweiten Baujahr wurden die Stützen und Pfeiler bis ins oberste Stockwerk hochgezogen — noch bevor Bögen, Gewölbe und Fassaden gebaut wurden. Ziel: Alle Setzungen im Baugrund sollten vorab abgeschlossen sein. So konnten die empfindlichen Bauteile später spannungsfrei eingefügt werden. Ein damals revolutionäres Vorgehen.
Das bereits gezeigte Ankersystem zur Aussteifung des Tragsystems bekam hier eine doppelte Funktion: Während des Baus stabilisierte es die hohen, noch freistehenden Stützen gegen Schwankungen und Erschütterungen. Erst später übernahm es dann auch die Aufgabe, die Decken und Bögen dauerhaft auszusteifen.
Erst nach Abschluss der Setzungen wurden im dritten Jahr die Gewölbe und Bögen eingebaut. Im vierten Jahr folgte die Fassade. Diese durchdachte Bauabfolge machte die Bauakademie zu einem technischen Vorzeigeprojekt ihrer Zeit.
Tauchen Sie ein in den Bauzustand am Ende des zweiten Jahres: In unserer VR-Anwendung können Sie die hochgemauerten Stützen, das Ankersystem und die besondere Bauweise hautnah erleben. Jetzt entdecken!
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Der besondere Holzverbundträger

Fast das gesamte Gebäude besteht aus massivem Mauerwerk – Holz wird nur dort eingesetzt, wo es statisch notwendig ist. Die Konstruktion verlangt wenig komplexe Holzverbindungen – aber dort, wo sie gebraucht werden, sind die Lösungen raffiniert!
Im 2. OG gibt es Bereiche in denen die Decken die doppelte Abmessung des Stützenrasters, also knapp über 11.0 Meter, überspannen müssen. Gleichzeitig müssen im Dachgeschoß Stützen für die Dachkonstruktion aufgestellt werden. Hierfür entwarfen die Planenden ein besonderen Holzverbundträger.
Eine gesprengte Konstruktion mit Hängesystem ist die Lösung: Die Tragbalken der Decke werden an großen Spanneisen, die in einem kräftigen verbolzten Verbundträger verankert sind, befestigt.
Die Holzkonstruktion besteht aus drei speziellen Holzteilen, den gesprengten Hölzern aa, den stabilen Auflagerblöcken bb und den Spannbalken cc. Diese werden mit Eisenbolzen und Klammern fest verbunden, sodass sie zusammen eine starke und stabile Einheit bilden.
Die Tragbalken ff der Decken werden an Spannankern aufgehängt. Die Anker werden durch Schraubverbindung mit dem gesprengten Träger vorgespannt und nehmen die Lasten der Deckenbalken auf. Der Verbundträger ist genau für diese Biegebelastung ausgelegt.
Die Spannbalken cc des Verbundträgers sorgen nämlich dafür, dass sich die einzelnen Teile des Trägers in Längsrichtung nicht verschieben können. Durch zusätzliche Dübel aus Eichenholz verkeilt sich die Verbindung und wird somit um einiges widerstandsfähiger.
Durch diese clevere Holzkonstruktion entstand im verborgenen Dach der Berliner Bauakademie ein faszinierendes Tragsystem der Holzbaukunst.
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Seit Jahrzehnten wird in Berlin heftig um die Rekonstruktion der Schinkel‘schen Bauakademie gerungen. Einige Stimmen setzen sich beispielsweise für eine originalgetreue Rekonstruktion der Fassade ein. Die eigens gegründete Bundesstiftung Bauakademie verfolgt jedoch eine modernere Interpretation, was zu massiven Kontroversen geführt hat.

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Die aktuelle Entwicklung ist geprägt von politischem Streit, gesellschaftlicher Polarisierung und einer ungewissen Zukunft für das einstige Vorbild der Architektur- und Ingenieurbaukunst.

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